Hilfe bei Glücksspielproblemen: Wo Sie seriöse Unterstützung finden
Wer merkt, dass Glücksspiel den Alltag, die Finanzen oder Beziehungen belastet, sollte frühzeitig über Hilfe nachdenken. Unterstützung ist in Deutschland und in der EU flächendeckend verfügbar – diskret, oft anonym und in der Regel kostenfrei. Die folgende Übersicht nennt wichtige Anlaufstellen und erklärt kurz, was sie anbieten.
Deutschland: Beratung vor Ort, online und am Telefon
- Lokale Suchtberatungsstellen (Caritas, Diakonie, kommunale Dienste) – Persönliche Beratungsgespräche, auch für Angehörige; meistens kostenfrei, in vielen Städten und Landkreisen verfügbar.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Information und Online-Selbsttests zum Glücksspielverhalten auf www.spielen-mit-verantwortung.de; Nutzung kostenfrei.
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) – Suchthilfe-Finder auf www.dhs.de mit Adressen von Beratungsstellen und Kliniken; Recherche und Kontaktaufnahme sind kostenfrei.
- Telefonische Suchtberatung regionaler Träger – Viele Kommunen und Wohlfahrtsverbände bieten Hotlines zu Suchtfragen, oft anonym und zum Ortstarif oder als kostenfreie Nummer.
- Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen – Unterstützung bei verschuldeten Spielern, z. B. bei Verbraucherzentralen oder sozialen Trägern; häufig kostenfrei oder mit sozial gestaffelten Gebühren.
Anonyme Hotlines für akute Gesprächsbedarfe
- TelefonSeelsorge Deutschland (0800 111 0 111 / 0800 111 0 222) – Rund um die Uhr erreichbar, anonymes Gesprächsangebot zu allen Krisenthemen, inklusive Sucht; Telefon und Chat sind kostenfrei.
- Regionale Krisendienste der Bundesländer – Telefonische Soforthilfe bei seelischen Krisen; Details und Nummern auf den Seiten der jeweiligen Bundesländer, Gespräche in der Regel kostenfrei.
- Hotlines der Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht – Bundesländerbezogene Beratung zu Glücksspielproblemen; Anruf häufig als kostenfreie oder ortsgebundene Servicenummer.
Online-Beratungen und Selbsthilfe-Angebote
- Online-Suchtberatungen der Wohlfahrtsverbände – Schriftberatung per Mail oder Chat, teilweise mit Terminbuchung für Videogespräche; Nutzung in der Regel kostenfrei.
- Selbsthilfe-Foren und moderierte Chats – Austausch mit anderen Betroffenen, zum Beispiel über Einrichtungen der Suchthilfe; Registrierung meist kostenfrei, Anonymität wird in der Regel respektiert.
- Webbasierte Programme zur Verhaltensänderung – Strukturierte Online-Programme zur Reduktion oder Beendigung des Glücksspielens, häufig von Kliniken oder Forschungsprojekten getragen; oft kostenfrei oder gefördert.
EU-weite und internationale Anlaufstellen
- Lokale Suchtberatungsstellen in EU-Mitgliedstaaten – In vielen Ländern existieren öffentliche oder gemeinnützige Beratungsstellen für Verhaltenssüchte; Erstkontakte sind meist kostenfrei.
- Nationale Helplines für problematisches Glücksspiel – In Staaten wie Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden gibt es eigene Glücksspiel-Hotlines; häufig anonyme und kostenfreie Beratung.
- Online-Helplines mit Mehrsprachen-Angebot – Einige europäische Beratungsplattformen bieten Unterstützung auf Englisch und weiteren Sprachen; in der Regel kostenfrei und anonym nutzbar.
Wann es Zeit ist, Hilfe zu holen
Typische Warnsignale sind heimliches Spielen, geliehene oder fehlende Geldbeträge, unerfüllte Zahlungsverpflichtungen, Konflikte mit Familie oder Partnern sowie wiederholte gescheiterte Versuche, das Spielen zu reduzieren. Wer mehrere dieser Punkte bei sich erkennt, sollte zumindest ein unverbindliches Erstgespräch mit einer Beratungsstelle führen – es verpflichtet zu nichts und ist in den genannten Angeboten in der Regel kostenfrei.